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November 17, 2007

“Es ist schon lustig zu beobachten…”

Gespeichert unter: Standpunkte — Johannes @ 12:17
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Kinderarmut Kaufkraft und Wirtschaftswachstum 

Da wird gemeldet

Die Kaufkraft der Deutschen ist in diesem Jahr leicht gestiegen“ Tagesspiegel

Die deutsche Wirtschaft ist im Sommer so kräftig gewachsen wie seit Ende 2006 nicht mehr.“ ZDF 

Da wird gerechnet

„Jeder Deutsche hat in diesem Jahr durchschnittlich 2,5 Prozent mehr Kaufkraft als im vergangenen Jahr“ Gesellschaft für Konsumforschung

„Das Bruttoinlandsprodukt stieg im dritten Quartal um 0,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal.“ ZDF

„Grundlage des Aufschwungs sind verstärkte Investitionen und ein höherer Privatkonsum.“ Tagesspiegel

„Verbraucher legten ihre Zurückhaltung ab.“ Financial Times Deutschland 

Da wird vorausgesagt

DIW rechnet für Ende des Jahres „mit marginalen Einbußen beim Wirtschaftswachstum von 0,1 bis 0,2 Prozentpunkten.“ Tagesspiegel

Dass die Verbraucher im kommenden Jahr die Wirtschaft tragen. „Wir erwarten für 2008 und 2009 ein sehr starkes Wachstum beim Konsum.“ DIW-Volkswirt Christian Dreger. 

Da wurde auch gesagt

Das reichste 1 Prozent der Bevölkerung besitzt 20 Prozent des gesamten Vermögens, die untersten 70 Prozent haben weniger als 10 Prozent. DIW 

Da wurde bemerkt

„Deutsche nutzen steigende Kaufkraft nicht Einzelhandel erwartet im Gesamtjahr-Umsatzminus“ Tagesspiegel

„Verbraucher hätten unter anderem wegen steigender Energiepreise und der gestiegenen Mehrwertsteuer effektiv immer weniger in der Tasche.“ Tagesspiegel

Die Welle von Preiserhöhungen verschärft die Ungleichheit in Deutschland. Vor allem die Güter des täglichen Bedarfs werden teurer. Das trifft besonders die ärmeren Bevölkerungsschichten.“ FAZ 

Bei der FAZ wurde auch gesagt

„Der tägliche Einkauf belastet sie mit bis zu 4,5 Prozent höheren Ausgaben.“ FAZ 

Da meldet Spiegel

Inflationsrate liegt bei 2,4% 

???

Das Perfide an dieser ständig wiederholten Äußerung ist, dass implizit so getan wird, als würde dieses die Teuerungsrate der privaten Haushalte sein. (…) „Dass nichts, aber wirklich nichts daran stimmt, wird deutlich, wenn man sich vergegenwärtigt, dass jeder seinen eigenen Warenkorb ( Hinweis: über den Standard- Warenkorb wird die Inflationsrate berechnet ) hat. Ein Renterehepaar hat in ihrem persönlichen Warenkorb völlig andere Waren als der bei Millionärs. So wurde unlängst ein Bericht veröffentlicht, dass für ärmere Bevölkerungsschichten die Inflationsrate bei 4,5% liegt.“ Deutschland Debatte 

Wurde auch gesagtDa kürt man

Nicht 3,7 Millionen Arbeitslose haben wir in Deutschland: „Die Zahlen verdichten sich, dass mehr als 8 Millionen Menschen eigentlich gezählt werden müßten. Würde eine solche Zahl amtlicherseits offiziell werden, würde es auch offiziell werden, dass die Agenda 2010 eine einzige Katastrophe ist.“ Deutschland Debatte

Da meldet Financial Times Deutschland

„Die deutsche Wirtschaft ist im Sommer so stark gewachsen wie seit Ende 2006 nicht mehr. Grund: Die Betriebe investierten kräftig.(…) Auf dem Arbeitsmarkt gibt es über eine Million offene Stellen.“ 

???

„Es ist schon lustig zu beobachten, welche Vergleichszahlen herangezogen werden, damit man eine Erfolgsmeldung machen kann. Da wird also das moderate Wachstum von Ende 2006 plötzlich zum Gradmesser.
Wie man aus der
Statistik des Statistischen Bundesamtes entnehmen kann stimmt das nicht einmal.
Woraus die FTD die Aussage ableitet, dass die Verbraucher ihre Zurückhaltung ablegten bleibt nach allen bisherigen Aussagen zur Konsumneigung ihr Geheimnis.“ NachDenkSeiten
 

  

 

 

 

„Peer Steinbrück ist von der angesehenen Wirtschaftszeitung “Financial Times” zum besten Finanzminister Europas gekürt worden. In der Amtszeit des SPD-Politikers habe sich die “finanzielle Lage seines Landes bedeutend verbessert”, begründete das Blatt die Wahl.“ afp 

Der sagt dann

“Ein roter Finanzminister legt als erster endlich wieder schwarze Zahlen vor.”In diesem Jahr seien “Länder, Kommunen und Sozialversicherungen erfolgreich und erzielen Überschüsse.” Peer Steinbrück 

FTD meldet dann

„Die Kinderarmut in Deutschland hat drastisch zugenommen. (…)Die Zahl der auf Sozialhilfe angewiesenen Jungen und Mädchen habe sich seit Einführung von Hartz IV 2005 auf mehr als 2,5 Millionen verdoppelt. (…) 

Da weiß man

„Das die Kinderarmut gestiegen ist, obwohl die Konjunktur gut und die Arbeitslosigkeit gesunken ist.“ Thomas Krüger, Präsident des Kinderhilfswerks.Verantwortlich für die schlechte Situation der Familien sei das deutsche Steuer- und Sozialsystem.Familien würden übermäßig belastet, und die Abgabenstruktur selbst weise zusätzliche Asymmetrien zulasten von Familien auf.Angesichts des enormen Preisschubs müsse der Regelsatz für Hartz-IV-Empfänger erhöht werden. Wer jetzt immer noch nicht handelt, nimmt die Armut von 7,3 Millionen Hartz-IV-Beziehern – darunter 2,5 Millionen Kindern – bewusst in Kauf. 

Da erfährt man

Die Bundesregierung sieht für eine Anpassung der Hartz-IV-Regelsätze an die Preisentwicklung kein Bedarf. Dies sei nicht haltbar, dafür seien die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes nur ein weiterer Beleg. “Wie viele Fakten müssen der Regierung noch vorgelegt werden, damit sie endlich handelt?” so der Hauptgeschäftsführer des Kinderhilfswerks. LinksZeitung 

Fakten wie

-Die Kinderarmut ist in den vergangenen drei Jahren dramatisch gestiegen.In Deutschland können durchschnittlich verdienende Eltern schon ab zwei Kindern ihr Leben nicht mehr aus selbst erwirtschafteten Mitteln finanzieren.  

 Höherer Privatkonsum, Wirtschaftswachstum, die Arbeitslosenzahlen, die Inflationsrate, der Arbeitsmarkt… bis hin zu der Wahl des besten Finanzministers. Alles Seifenblasen die Platzen werden  

Die Preise werden weiter anziehen

„Nicht nur die Sprit- und Energiepreise sind auf eine Rekordmarke angestiegen. Auch viele andere Waren, darunter auch viele Grundnahrungsmittel, sind bereits teurer geworden und werden im Preis weiter ansteigen.(…) So tragen auch die derzeitigen Preiserhöhungen zu der wachsenden Kluft des Einkommens in der deutschen Gesellschaft bei, auf die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung vor kurzem aufmerksam gemacht hat.(…) Der Anteil der Unternehmens- und Vermögenseinkommen am gesamten Volkseinkommen nimmt überdies zu, was das Wohlstandgefälle weiter vertieft.(…) ” vor allem die gestiegenen Preisen für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke, die sich um 1,3% bis 2,4% gegenüber dem Vormonat erhöht haben und so zwischen 3,5% und 5,7% über dem Preisniveau vom Oktober 2006 liegen. Die Preiserhöhungen für Benzin und Diesel dürften im November den Verbraucherpreisindex noch einmal erhöhen.Dass die Preise weiter anziehen werden, lässt sich auch aus den Großhandelsverkaufspreisen erkennen. Sie lagen nach dem Statistischen Bundesamt im Oktober um 4,7% über dem Vorjahresstand. Besonders stark stiegen die Preise für Getreide, Saaten und Futtermitteln (+ 59,8%), Milch, Milcherzeugnisse, Eier, Speiseöle und Nahrungsfette stiegen um 25 Prozent, feste Brennstoffe und Mineralölerzeugnisse um 7,8 Prozent. Nur Büromaschinen und -einrichtungen kosteten mit – 13,9 Prozent weniger.“ Telepolis

9 Kommentare »

  1. Was haben Sie denn für Probleme? Schließlich wurden dieses Jahr so viele freie Arbeitsplätze angeboten und besetzt wie seit Jahren nicht mehr. Der überwiegende Teil allerdings mit Kräften aus Personalleasing. Das praktizierte Lohngefüge kennen wir. Wer mittels 8-Stunden-Job am Monatsende bei der Lohnauszahlung nicht den Sozialhilfemindestsatz erreicht, wird von der Arbeitsagentur gefördert. Kombilohn, heißt das Zauberwort – soll wohl Bürgern, die nicht so exakt wissen, wie dieser rhetorische Sozialkunstgriff interpretiert wird, zum Kreuzchen auf dem nächsten roten Wahlzettel verleiten.

    Haben Sie womöglich noch Probleme mit unserer Bildungspolitik? So preiswert, wie Bildung derzeit angeboten wird? Da arbeiten Dozenten, deren Lehrstuhl dem Sparwahn zum Opfer gefallen sind doch sogar in 1-Euro-Jobs. Allerdings nicht nur, um Steinbrücks und die Länderkassen zu sanieren, sondern um ihre Zulasssung nicht zu verlieren.

    Qualifizierte Arbeitskräfte fehlen? Bei der Kolping Dienstleistung GmbH in Würzburg z.B. werden arbeitslose kfm. Führungskräfte, die SGBII beziehen, in Qualifikationsmaßnahmen als Kraftfahrer eingesetzt, da solche zum Altkleider-Container entleeren dringend benötigt werden. Da eine Qualifizierungsmaßnahme, ist es nicht mal ein 1-Euro-Job. Mit den Erträgen der Kolping Dienstleistung GmbH wurde in Rumänien eine Textilnäherei gegründet, die über die Kolping Dienstleistung GmbH Ihre Produkte auf dem deutschen Markt anbietet. Man kann sich bei Kolping auch im Cateringbereich qualifizieren. So wird z.B. die Kantine im Würzburger Landratsamt von Kolping-”Mitarbeitern” betrieben.

    Sie haben Probleme mit den Energiekosten? Holen Sie sich doch ein paar cbm Gas, die Ölmultis schenken sie Ihnen bestimmt. Weil der Transport von den Ölfeldern zum Verbraucher zu teuer ist, werden tägl. Millionen cbm abgefackelt. Umweltverträglich natürlich, bis auf ein bißchen Klimaerwärmung – denn Gas ist so abgasarm, daß selbst aus dem Auspuff gasbetriebener Fahrzeuge (fast) nur Kondenswasser tropft. Aber armen Schweinen, die sich kein Euro3- oder Euro4-Auto leisten können, würde die Umrüstung auf Gasbetrieb nichts nützen, weil dadurch nach derzeitigem Steuerrecht kein Euro2 zum Euro3 werden kann. So darf derjenige Geringverdiener, der in einer “Feinstaubzone” wohnt, nach aktueller Gesetzeslage nicht mal mehr nach Hause fahren, sondern muß seine alte Schüssel am Stadtrand parken. Welcher HartzIV-Empfänger wohl bei einer möglichen Arbeitsaufnahme einen Neuwagen als Arbeitsförderungsmaßnahme gestellt bekommt?

    Kann ein HartzIV- oder ALGII-Empfänger so dämlich sein, einen 400-Euro-Job anzunehmen, zu dem die ARRGE´s nicht selten unter Androhung finanzieller Sanktionen auffordern, wenn er für seinen maroden PKW nicht einmal mehr die Pendlerpauschale in Ansatz bringen kann? Haben die 400-Euro-Jobs Deutschlands Kaufkraft ruiniert? Ich sehe Unternehmen, die von 3-Schicht- auf 5-Schicht-Betrieb umgestellt haben. Also mehr oder weniger Aushilfsjobs, die keine wirklichen Steuern in die Staatskasse bringen, die Kaufkraft der Arbeitnehmer weiter schwächen, aber für die Arbeitslosenstatistik gut sind, genau so wie für die Unternehmen, die aufgrund der bei diesen Arbeitszeiten anderen Pausenregelung noch ein paar Minuten mehr produktive Maschinenlaufzeit erreichen und gleichzeitig weniger mit Lohnnebenkosten belastet werden.

    Fragen wir Frau Merkel, ob sich Wirtschaftspolitik physikalisch erklären läßt oder Herrn Schröder, ob juristisch alles clean istund wenn keiner eine Erklärung hat: im Finanzministerium sitzen als von der Regierung bezahlte Berater intelligente Köpfe als abgesandte deutscher Banken und Versicherungen, im Umweltministerium solche aus der Energiewirtschaft, im Verkehrsministerium die aus der Automobilindustrie …..

    Oh, man könnte stundenlang weiterschreiben.

    Alfred Kohlmann

    http://www.medienwerkstatt-kohlmann.de

    Kommentar von Alfred Kohlmann — November 17, 2007 @ 4:35 | Antworten

  2. Ein sehr kritischer Beitrag, der mit seinen geradezu sarkastischen Einlagen auch noch (schwarzen) Humor bedient. Bravo und weiter so.

    Auch der Kommentar von Herrn Kohlmann ist extraklasse. Kompetent und aufschlussreich erscheint er zumindest mir, die sich im Moment leider nicht in dem Maße mit Wirtschaft und Politik auseinandersetzen kann, da der jüngste Spross der Familie sehr viel Zeit in Anspruch nimmt (und nehmen darf!!!).
    Lieber Herr Kohlmann, Ihr spritzig und bissig formulierter Kommentar in allen Ehren würde ich mir als unbedarfte Hausfrau und Mutter von zwei kleinen Kindern wünschen, dass Sie nicht nur die verbale Keule schwingen (was durchaus seine Berechtigung hat), sondern auch praktikable Gegenmaßnahmen aufzeigen. Was kann ich persönlich tun, um diese Zustände zu verändern – kurz-, mittel- oder langfristig?

    Nur zu Ihrer Information: Wir sind fast 100 % Biofans, unser ältestes Kind besucht den Waldorfkindergarten, ich bin Mitglied in der Anthroposophischen Gesellschaft und der Qualitätsfachgruppe des Waldorfkindergartens, unsere Hundehaufen entsorgen wir sofort, gehen sehr sorgsam mit den natürlichen Ressourcen um, Müll wird getrennt und versucht zu vermeiden, wir spenden regelmäßig Bedürftigen, usw. usw.

    Lieber Herr Kohlmann, was kann ich sonst noch leisten?

    Herzliche Grüße

    Kerstin Zahariev
    Dipl. Sozialpädagogin

    Kommentar von Kerstin Zahariev — November 21, 2007 @ 8:54 | Antworten

  3. “Was haben Sie denn für Probleme? Schließlich wurden dieses Jahr so viele freie Arbeitsplätze angeboten und besetzt wie seit Jahren nicht mehr. Personalleasing. Das praktizierte Lohngefüge kennen wir. Wer mittels 8-Stunden-Job am Monatsende bei der Lohnauszahlung nicht den Sozialhilfemindestsatz erreicht, wird von der Arbeitsagentur gefördert.”, das sind die typischen politischen Erbsenzähler, denen auch faule Erbsen egal sind und die mitzählen.

    Weil gut bezahlte Arbeitsplätze nicht mehr zu haben sind, müssen Bürger dem Druck der Wirtschaft nachgeben, koste es später, wieviel auch immer, zum Beispiel Altersarmut. Aber das interessiert einen Kohlmann nicht, genauso wenig, wie es unsere Politfürsten in Berlin interessiert “Das praktizierte Lohngefüge kennen wir”, das ist alles, was Kohlmann pseudowisserisch aufzeigt. Eine Gesellschaft, die sich wissentlich splittet in solche, die bewußt heute alles haben und jene, die weder heute noch in Zukunft auf den grünen Zweig kommen, eine solche Gesellschaft hat es nicht verdient zu überleben.

    “Wer mittels 8-Stunden-Job am Monatsende bei der Lohnauszahlung nicht den Sozialhilfemindestsatz erreicht, wird von der Arbeitsagentur gefördert” das ist Staatsausbeutung pur, wie meine Autorin Sybilla in einigen Beiträgen aufgezeigt hat. Das scheinheilige Argument der CDU heißt “Vorfahrt für Arbeit” und ignoriert, dass Unternehmer durch Staatszuschüsse zusätzliche Gewinne machen ( glaubt jemand, dass in den Kalkulationen unterschieden wird, ob Mitarbeiter mit geringerem Einkommen an der Produktentstehung teilgenommen haben? ). Dasselbe Schauspiel ist mit den kostenlos verteilten Verschmutzungsrechten passiert, dass die Energieerzeugungsunternehmen diese in die Kalkulation wie Kosten eingebracht haben, als würden die Kosten tatsächlich entstanden sein.

    Was las ich heute? Die FDP ist derzeit in den Umfragewerten nicht so stark, weil die CDU eine überaus erfolgreiche Unternehmerpolitik gemacht hat und die eigentlich weniger politischen Unternehmer keinen Grund zum Klagen haben.

    Kommentar von Bernd — November 24, 2007 @ 4:28 | Antworten

  4. Hallo? Bernd?

    Frustrationsprobleme unter denen die Ausdruckskraft leidet? Auch Höflichkeit und Stil ein wenig? Den (politischen und) inhaltlichen Überblick verloren? Ich verstehe Sie eigentlich nur so “…ich bin dafür, daß ich gegen die einen bin, weil die anderen, gegen die ich auch bin, wie die einen auch gegen mich sind, deshalb muß ich gleichzeitig für und gegen alle sein.”

    Ich hätte schon gerne, daß die Gesellschaft UND die Wirtschaft überlebt, aber bitte im Einklang.

    Frau Zahariev fragt, was sie leisten kann. Das ist schon eher ein Ansatz, als nur blind nach allen Seiten zu schlagen und sich mit Lufthaken der Lächerlichkeit preis zu geben. Was Sie, Bernd tun, ist Rebellion – alles zerschlagen wollen, sie knüppeln ohne Sinn und Verstand auf jede Seite. Revolution wäre vielleicht schon ein bißchen besser: auf bewährtem altem mit neuem Geist aufbauen. Ist aber unnötig, denn noch sind wir eine Demokratie.

    Wie wäre es z.B., statt auf der Couch daheim beim Bier, während der Nachrichten, über HartzIV-Ausgaben herzuziehen, zum nächsten Gewerkschaftstreffen zu gehen und die Redner auszupfeifen, die sich nicht trauen?, als “Stimme des Arbeiters” das Lohngefüge im Personalleasingbereich anzuprangern? Gewerkschaften haben halt nicht so viele Mitglieder, die bei PL-Unternehmen für einen Facharbeiterstundenlohn von 7,50 bis 10,50 arbeiten oder bei HARTZIV oder ALGII beschäftigt sind. Das Thema lohnt nicht, bringt keine Mitgliedsbeiträge.

    So viele freie Arbeitsplätze besetzt? Toll – 400-Euro-Jobs ohne Ende waren das, die von Arbeitssuchenden mangels Vollzeitarbeitsplätzen angenommen wurden. Aus der Arbeitslosenstatistik sind diese “Arbeitnehmer” raus. Nachrechnen: Eine Vollzeitstelle für ein Bruttogehalt von nur 2.200,-/mtl. kostet den Arbeitgeber auch bei vielen Freibeträgen des AN mind. 2.750,- plus Urlaubs- plus Krankheitsunproduktivität plus ggf. Überstunden oder Feiertags- oder Nachtarbeitszuschlägen. Drei 400-Euro-Jobber, sch…egal zu welcher Uhrzeit und an welchem Wochentag, kosten nicht mal die Hälfte. Wer soll davon Leben? Weder AN noch Staat. Weitere pseudowissentliche Nachhilfe erspare ich mir – schade um den Pixelverschleiß auf meinem Schirm.

    Wie wäre es, sich in der öffentlichen Gemeinderatssitzung als Bürger und aus Bürgerinteresse hervor zu tun. Angst davor, im Dorf “krumm” angesehen zu werden? Oder im Elternbeirat. Oder nicht aus der Partei auszutreten, sondern im Gegenteil, schon auf Kreistagsveranstaltungen in der Dorfkneipe aufzustehen und bereits dem Kreistagsabgeordneten die Meinung zu sagen. Politik fängt im kleinen an – Rechte auch mal als (nicht gesetzlich geregelte) Pflichten betrachten. Nicht nur das Recht und die Pflicht zum Maulen suchen.

    Oder sie fragen Frau Zahariev, was sie in Ihrem Job als Folge des “pseudowisserisch theoretischen” Lohngefüges an Tragik und Leid zu sehen bekommt. Vielleicht kommen Ihnen dann ob der Ernüchterung durch den Schock etwas klarere Gedanken.

    So, Schluß der Debatte.

    Frau Zahariev – schönes Wochenende.

    Alfred Kohlmann

    Kommentar von Alfred Kohlmann — November 24, 2007 @ 5:52 | Antworten

  5. Alfred
    Ich hoffe nicht das es ihnen hier gelingt irgendwelche Debatten zu beenden.
    Es soll und wird hier jedem möglich bleiben das zu kommentieren, zu dem er steht.
    Wo Bernd steht kann jeder bei Deutschland-Debatte nachvollziehen.
    Auch ich vertrete mit kriditsch meine Meinung.

    Was ich bisher von ihnen mitbekommen habe gefällt mir nicht so.
    Aber das tut nichts zur Sache ihnen oder sonst jemanden hier das Wort zu verbieten.

    Ein schönes Wochenende

    Kommentar von bubx — November 30, 2007 @ 3:22 | Antworten

  6. Hallo Bubx,

    mir liegt es fern, auch in diesem Thread, jemandem den Mund verbieten zu wollen. Selbstverständlich soll Bernd genau so wie und auch jeder andere seine Meinung äußern, gleich ob sie mir gefällt oder nicht. Auch mit meinenen Ansichten kann und muß nicht der größere Rest der Welt übereinstimmen.

    Im zweiten Satz meines Kommentars vom 24.07.2007 bringe ich wohl klar zum Ausdruck, dass ich mich lediglich nicht in der von Bernd gewählten “Tonart” ansprechen lasse – ergo, ist gem. meinen Schlußzeilen die Debatte ZWISCHEN ihm und mir beendet.

    Allerdings hätte es mich gefreut, wenn Sie mich über Ihre Rüge hinaus mit “… gefällt mir nicht so” kritisieren, es nicht nur bei diesem Rülpser belassen, sondern Ihre Kritik in Form weitergehender Diskussion hier präzisiert hätten.

    Alfred Kohlmann

    Kommentar von Alfred Kohlmann — Dezember 1, 2007 @ 5:48 | Antworten

  7. Hallo Alfred
    “Was ich bisher von ihnen mitbekommen habe…”
    bezieht sich nur auf diese Diskusion auf dieser Seite. Das ist mir wichtig das zuerst richtig zu stellen.
    Zu dem Rülpser: war so feindseelig wie er sich ließt, gar nicht gemeint!!!
    Es ist mir nur wichtig das sich hier niemand, kein Alfred und auch kein Bernd nicht,zum einen, gegenseitig beleidigt und zum anderen versucht sich gegenseitg mundtot zu machen.
    “…gefällt mir nicht so” ist, sich auf der einen Seite sehr Kritisch zu zeigen und sich dann bei Gegenkritik so beleidigt zu zeigen, zum Schlag auszuholen und alle gegenwehr so zu verhindern zu versuchen, indem man die Basis zerstört, sprich die weitere Debatte nicht zulassen will.

    Johannes

    Kommentar von bubx — Dezember 2, 2007 @ 7:40 | Antworten

  8. Hallo, Johannes.

    “… Kritik in Form weitergehender Diskussion präzisieren” – Mehr wollte ich nicht.

    Ich lehne lediglich Debatten in einem Ton ab, wie ihn Bernd mir gegenüber angeschlagen hatte. Deshalb meine harsche Antwort ihm gegenüber.

    Alfred Kohlmann

    Kommentar von Alfred Kohlmann — Dezember 6, 2007 @ 1:16 | Antworten

  9. Oh my god, sorry Herr Bernd, blind oder doof??

    Kommentar von Alfred Genes — Januar 23, 2009 @ 5:05 | Antworten


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