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Mai 17, 2008

Rekordzahlen für weltweite Rüstungsausgaben;Ein neues Wettrüsten;Rüstungsexporte sichern Deutschland die Führung in Europa

Weltweit wurde 2006 für Militär und Rüstung 1,179 Billionen US-Dollar (knap 763 Milliarden Euro) ausgegeben. So der Direktor des Internationalen Konversionszentrums Bonn (BICC), Peter Croll, am Donnerstag in Bonn. Zwischen 2001 und 2006 dem Jahr für das letzte umfassende Zahlen vorliegen haben sich die Weltweiten Militärausgaben um etwa 30% erhöht. Dagegen bewegt sich bei internationalen Abrüstungsverhandlungen garnichts. Ganz im gegenteil, vieles deutet auf ein erneutes Wettrüsten hin.

Der Vorsitzende der Internationalen Kommission zu Massenvernichtungswaffen Hans Blix in einem Artikel erschienen bei FR-Online: „In den letzten paar Jahren mehren sich die Anzeichen: Die US-Regierung strebt die Entwicklung einer neuen Standardkernwaffe an und hat ihren Haushaltsansatz für das Raketenabwehrprojekt 2007 auf elf Milliarden US-Dollar (7,1 Milliarden Euro) aufgestockt; China hat seine Streitkräfte modernisiert und einen seiner Wettersatelliten abgeschossen (…) Russland hat die routinemäßigen Langstreckenflüge nuklear bewaffneter Flugzeuge wieder aufgenommen; und Großbritannien hat beschlossen, sich die Option der Fortführung seines nuklearen U-Boot-Programms Trident offenzuhalten. Gleichzeitig hat Nordkorea einen zumindest teilweise erfolgreichen Atombombentest durchgeführt (…)“

Auf die USA entfält nach den Angaben des BICC fast die Hälfte der weltweiten Militärausgaben. Neben den USA hatten 2006 Großbritannien Frankreich , China und Japan die größten Militärhaushalte.

In Deutschland seien die Rüstungsausgaben seit 2006 wieder gestiegen, laut BICC. Nachdem die Militärausgaben zwischen 2001 und 2006 um insgesamt etwa neun Prozent gesunken seien, stiegen sie seit 2006 wieder an - “von 27,87 Milliarden Euro 2006 auf 28,4 Milliarden 2007″, unterstreicht BICC-Experte Marc von Boemcken. Der Verteidigungsetat für 2008 sehe bereits 29,45 Milliarden Euro vor. “Die schrittweise Erhöhung der deutschen Rüstungsausgaben soll offenbar auch in der künftigen Finanzplanung fortgesetzt werden und bis zum Jahr 2010 die 30-Milliarden-Marke überschreiten”, prognostiziert der BICC-Experte. Da die Personal- und Betriebskosten im Verteidigungsetat sinken, kommen die Ausgabensteigerungen allein durch Neuanschaffungen und Modernisierungen von Waffensystemen zustande. So plane das Heer die Anschaffung von 272 gepanzerten Transportfahrzeugen “Boxer” für 891 Millionen Euro. Für 2,2 Milliarden Euro seien vier Fregatten vom Typ 125 bestellt, für 864 Millionen zwei U-Boote der Klasse 212A. Quelle:derwesten.de

Die deutschen Ausfuhren an Rüstungsgütern stiegen von 6,2 Milliarden Euro im Jahr 2005 auf 7,7 Milliarden Euro im Jahr 2006. Allein in Entwicklungsländer gingen 2006 Exporte im Wert von 933 Millionen Euro. Die Bundesrepublik ist in der Europäischen Union der größte, weltweit hinter den Vereinigten Staaten und Russland der drittgrößte Exporteur von Rüstungsgütern.

Interessant ist noch:In der OECD lagen die Militärausgaben etwa neunmal so hoch wie die Ausgaben für die staatliche Entwicklungszusammenarbeit. Während sich die offizielle Entwicklungshilfe (ODA) 2006 auf 104 Milliarden US-Dollar belief, wendeten die 30 OECD-Mitgliedstaaten 891 Milliarden US-Dollar für die Verteidigung auf.

Weitere Information zu deutschen Rüstungsausgaben:

Deutsche Rüstungsausgaben 2007-2010:. Steigerung mit Ansage. von Lühr Henken PDF

1 Kommentar »

  1. Hier noch das Link zu dem Jahresbericht des BICC >> http://www.bicc.de/publications/jahresbericht/2008/content.php

    Kommentar von bubx — Mai 17, 2008 @

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