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November 29, 2008

Rüstungshaushalt 2009 – die „Option“ zum Kriegführen

 

33,5 Milliarden Euro werden im nächsten Jahr für Bundeswehr und Rüstungsgüter zur verfügung gestellt. Das sieht der Haushaltsplan 2009 vor. Geld was aus Politischer sicht notwendig gebraucht wird. Notwendig um sich „die „Option“ zum Kriegführen“(1) offen zu halten und völkerrechtswidrige Einsätze der NATO auf dem Balkan und in Afgahnistan fortführen zu können, oder aber auch sich an den Antiterror-Aufträgen vor der Küste Somalias zu beteiligen. Der Umbau der Bundeswehr zu einer weltweiten Interventionsarmee ist eben nicht billig und unsere „Sicherheit ein teures Gut“, dessen ist sich auch der verteidigungspolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE Paul Schäfer bewußt. „Worum“, so Schäfer in seiner Rede in der Plenardebatte am 17. September (2) „geht es denn, wenn heute von Sicherheit die Rede ist? Drei Dinge werden genannt: Schutz vor militärischer Gewalt, Sicherung unserer Energieversorgung, Schutz der Bürgerinnen und Bürger vor terroristischen Anschlägen. Werden wir militärisch bedroht? „Nein“, so Schäfer. Und nimand könne „das ernsthaft behaupten“. Zur Sicherung unserer Energieversorgung erkennt er das wir es mit Ressourcenkonflikten zu tun haben: „es gibt einen Wettlauf um den Zugang zu den sogenannten strategischen Rohstoffen“. „Aber allein die Vorstellung, man könne Erdölquellen, Pipelines und Schifffahrtsrouten mit militärischer Gewalt dauerhaft absichern, ist schlicht abwegig“. Schäfer plädiert für ein „ökologisches Umsteuern in der Energiepolitik“, für eine „gerechtere internationale Wirtschaftspolitik“. Es gehe schließlich um „zivile Antworten auf das Ressourcenproblem, nicht um militärische“. Was die Terrorgefahr betrifft, so kann man dem Terror nicht mit militärischer Gewalt und Gegenterror begegnen. „Das nährt ihn, statt ihn auszutrocknen. Der siebenjährige Krieg, der Global War on Terrorism, hat genau dies gezeigt.“

Doch auch 2009 ist „Sicherheit ein teures Gut“ und das weiß auch die Rüstungsindustrie. Bei IMI erfahren wir(3): Das bereits im November 2007 eine Vereinbarung zwischen dem Ministerium der Verteidigung und der Rüstungindustrie geschlossen wurde „die eine Definition „unverzichtbarer nationaler wehrtechnischer Kernfähigkeiten“ enthält und sich auf den „Erhalt und Ausbau der technologischen Spitzenstellung der deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie“ orientiert.“ Diese unverzichtbaren fähigkeiten zeichnen sich durch die Entwicklung und den Bau von Kampfflugzeugen, Drohnen und Panzerfahrzeugen, Spionagesatteliten, U-Booten usw aus. „So landet der Löwenanteil der Rüstungsmillionen in den Kassen von einem kleinen, erlauchten Kreis von Monopolisten. Dazu gehören die EADS, die Panzerbauer Rheinmetall und Krauss-Maffei-Wegmann (KMW) und der Marinekonzern ThyssenKrupp.
Zwei Drittel des Beschaffungsetats der Bundeswehr kassiert die EADS. Und auch der Vorstandsvorsitzende von Rheinmetall bewertet mit Blick auf die Rüstung „die globalen Geschäftsaussichten sehr optimistisch“. Allein die Beschaffung des Schützenpanzers Puma wird rund 4,7 Mrd. Euro kosten. Die Gewinne teilen sich Rheinmetall und KMW.“

Die jungeWelt berichtete am 17.September: „Zwischen 50 und 80 Milliarden Euro kosten sämtliche derzeit geplanten Neubeschaffungen. Das ist ein Vielfaches dessen, was real zur Verfügung steht. Die Folge sind langfristige »Verpflichtungsermächtigungen«, die den Spielraum für kommende Haushaltsdebatten praktisch auf Null reduzieren.“ Mit anderen Worten: große Teile des Verteidigungshaushalts sind bereits auf viele Jahre hinaus verpfändet worden. Die Verpflichtungsermächtigungen steigen in diesem Haushalt um knapp 10 Milliarden Euro. Für die Zeit ab 2010 sind damit bereits 56 Milliarden Euro festgelegt, über die der künftige Bundestag gar nicht mehr entscheiden kann. Die Industrie kann sich freuen und auch darüber das „die meisten Verträge so industriefreundlich gehalten sind, daß weitere Kostensteigerungen programmiert sind.“ So die jungeWelt und weiter: „Auch die Privatisierung von Dienstleistungen ist profitträchtig: 1,5 Milliarden Euro sind 2009 für Betreiberverträge vorgesehen.“ Im Jahr 2006 waren es noch 651 Millionen. Inzwischen sind die direkten Kosten für Betreiberverträge angestiegen ohne eine entsprechende Reduzierung der eigenen Kosten. Die Privatisierung hat nicht wie angekündigt zu Einsparungen geführt, sondern imGegenteil zu Mehrausgaben im Bereich Material und Betrieb. Also nicht nur die politischen Ziele,wie die Umgestalltung der Bundeswehr zu einer Interventionsarmee sind für den rasanten Anstieg der Rüstungshaushalte der letzten Jahre verantwortlich. Die Privatisierung sogenannter nicht militärischer Bereiche der Bundeswehr und eine fatale Auftragsgestaltung bei Beschaffungsvorhaben zugunsten der Rüstungsindustrie, haben ebenso einen erheblichen Beitrag zum Anstieg geleistet.

  1. Eugen Drewermann in Freitag 45

  2. http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Bundeswehr/haushalt2009b.html

  3. http://www.imi-online.de/2008.php3?id=1847

 

November 10, 2008

DAKS-Kleinwaffen-Newsletter November 2008

 

Quelle und weitere Information zum Deutsche Aktionsnetz Kleinwaffen Stoppen -DAKS unter http://www.rib-ev.de/

Diesen Monat:

Roman Deckert berichtet über die weiterhin ausbleibende Untersuchung zu den G36-Gewehren in Georgien und über Heckler & Koch (HK) Waffen in Südostasien und über eine Kampagne von FriedensaktivistInnen in Nottingham, die sich für eine Schließung der dortigen HK-Niederlassung einsetzen. Ohne Rüstung Leben lädt zu einem Aktionsseminar anlässlich des 60. Firmenjubiläums von Heckler & Koch ein. Und Robert Lindner informiert uns über die aktuellen UN-Verhandlungen zu einem “Arms Trade Treaty”. Weitere Artikel befassen sich u.a mit Kleinwaffenexporten aus der Schweiz und mit der Ausweitung der Zusammenarbeit von Militär, Polizei und zivilen staatlichen Hilfsorganisationen.

DAKS-Kleinwaffen-Newsletter November 2008 (PDF, 250KB)

Monatlich gibt das Deutsche Aktionsnetz Kleinwaffen Stoppen (DAKS) einen Newsletter heraus mit dem die Öffentlichkeit über Aktionen, Publikationen und Hintergründe zur Kleinwaffenthematik informiert werden soll. DAKS ist ein Zusammenschluß verschiedener Friedens-, Menschenrechts und entwicklungspolitischer Gruppen und Organisationen. Ziele dieser Zusammenarbeit sind auf die weltweite Problematik der Kleinwaffen aufmerksam zu machen und die politisch Verantwortlichen aufzufordern, effektiv gesetzliche Grundlagen und Kontrollverfahren durchzusetzen, um deutsche Rüstungsexporte zu verhindern.

http://www.rib-ev.de/

November 4, 2008

Rüstungsgüter keine Rüstungsgüter – Antwort auf die kleine Anfrage der Grünen zu deutschen Rüstungsexporten nach Georgien

 

Ein Fernsehbericht vom 18. August hat nach Ansicht von Bündnis 90/Die Grünen klar gezeigt, dass georgische Soldaten mit einer Version des deutschen Sturmgewehrs vom Typ G-36 ausgestattet sind. Und Pressebericht zufolge, so die Fraktion, nutze Georgien auch deutsche Lkw und israelische Raketenwerfer, um Streumunition einzusetzen. In der kleinen Anfrage geht es den Grünen darum zu erfahren in welchem Umfang Georgien seit 1991 Kriegswaffen und sonstige Rüstungsgüter von der Bundeswehr erhalten hat und was die Bundesregierung unternehmen will, um zu verhindern, dass deutsche Unternehmen die Rüstungsexportvorschriften in Deutschland legal umgehen können.

Wie die Bundesregierung in ihrer Antwort erklärt, wird seit 1996 diverses Material aus Bundeswehrüberbeständen nach Georgien exportiert. Unter anderem Sanitätsmaterial, Krankenwagen, Lastwagen, Stahlhelme und Funkgeräte. Seit 1991 sei aber nur eine Genehmigung nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz erteilt worden. So die Meldung des Bundestags Derzeit lägen keine Anträge nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz vor. Zum Einsatz von, auf deutsche Mercedes-Lkw montierten Raketenwerfern, teilt die Regierung mit, derartige Lkw seien überall auf der Welt im Nutzfahrzeughandel erhältlich. Eine Ausfuhr bedürfe keiner Genehmigung. Raketenwerfer könnten auf beliebigen zivilen Fahrzeugen geeigneter Größe angebracht werden.

Lebenshaus Alb weiß das es sich bei den von Georgiern eingesetzten Mercedes-Lkw nicht um herkömmliche „Nutzfahrzeuge“ handelt: „Georgien hat moderne Mehrfachraketenwerfer … auf schweren, geländegängigen Mercedes-Lkw montiert.“ Und zwar auf einer militärischen Version des Mercedes Actros 3341. Und weiter im Artikel: „Der Export schwerer Actros-Lkw, auch wenn es sich um geländegängige, militärische Versionen handelt, ist meist ohne staatliche Genehmigung möglich. Nur wenn der Importeur in einem Embargoland wie zum Beispiel Syrien beheimatet ist, bedarf es manchmal einer Erlaubnis. Jürgen Grässlin, den Sprecher der kritischen Daimler-Aktionäre, ärgert das schon lange: >>Bei schweren Lkw und starken Dieselmotoren tut die Bundesregierung oft so, als seien Rüstungsgüter keine Rüstungsgüter, nur weil es auch zivile Verwendungen gibt. Das ist Außenwirtschaftsförderung, aber garantiert keine restriktive Rüstungsexportkontrolle.<<“

Raketenwerfern der Isrealis die sich auf deutsche LKW montieren lassen. „Auch, wenn Georgien letztlich von Israel beliefert wird, bleibt Deutschland berührt. Israel produziert keine Mercedes-Lkw. Die müssen beim Hersteller zugekauft werden. Und der ist in Stuttgart zu Hause.“ So der Lebenshaus Artikel. Mit den Raketenwerfern kann Streumunition verschossen werden. Es soll ein internationaler Vertrag unterzeichnet werden, der solche Waffen verbietet. Die Bundesregierung sieht sich dabei in einer Vorreiterrolle und hat nun ein Glaubwürdigkeitsproblem.

Der Einsatz von G36-Gewehren die „von georgischen Sicherheitskräften eingesetzt worden sein könnten“, werde noch von den zuständigen Stellen untersucht, so die Bundesregierung in ihrer Antwort.

Dazu weiß Otfried Nassauer Georgische Militärs verfügen schon mindestens seit 2005 über deutsche Sturmgewehre des Typs G36.“ Otfried Nassauer ist Leiter des gemeinnützigen Berliner Informationszentrums für Transatlantische Sicherheit (BITS).

Dem britische Fachmagazin Jane’s Defence Weekly zufolge hatten Heckler & Koch einen Antrag an die Bundesregierung gestellt, insgesamt 230 G-36-Exemplare an Georgien liefern zu dürfen. Der sei aber abgelehnt worden. Eine beantragte Lieferung von Handfeuerwaffen im Wert von 5700 Euro wurde ebenfalls abgewiesen. Unter anderem mit Verweis auf die Verletzung von Menschenrechten und die Instabilität in der Region, so das Blatt.

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle:
“Die Exportkontrollpolitik der Bundesregierung orientiert sich im Rahmen gesetzlicher und internationaler Verpflichtungen am Sicherheitsbedürfnis und außenpolitischen Interesse der Bundesrepublik Deutschland. Insbesondere soll ihre Sicherheit nicht durch konventionelle Waffen oder Massenvernichtungswaffen bedroht werden. Deutsche Exporte sollen in Krisengebieten weder konfliktverstärkend wirken noch dort zu internen Repressionen oder anderen schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen beitragen. Die internationale Einbindung verpflichtet die Bundesrepublik Deutschland, die auswärtigen Beziehungen nicht durch kritische Exporte zu belasten.” Quelle: soldatenglueck.de

Jürgen Grässlin im August gegenüber jungeWelt. Die Bundesregierung müsse nun aufklären, wie es zu der illegalen Lieferung gekommen sei. Wenn sich der Verdacht erhärte, daß die Waffen aus einem nicht autorisierten Weiterexport aus den USA stammten, dürften so lange keine weiteren Rüstungsgüter mehr in die USA geliefert werden, „bis der Rüstungsexportskandal restlos aufgeklärt“ sei. Allerdings bezweifle er, daß die Regierung „eine solche brisante Entscheidung gegen die USA“ treffen würde, so Grässlin. Schließlich seien die USA „das Empfängerland Nummer eins deutscher Waffen“.

Ein Bericht der Uni-Kassel stellt fest: „Ist Georgien erst in der NATO, gelten ohnehin weniger restriktive Grundsätze für Waffenlieferungen.“

 

November 2, 2008

Die vergessenen Kriege

Gespeichert unter: Standpunkte — Johannes @ 12:36
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Ich möchte auf folgendes Thema der Internetseite diepresse.com aufmerksam machen: Mit Afghanistan und Irak assozieren wir automatisch Krieg, Iran und Nordkorea sind als Pulverfässer bekannt. Doch was passiert eigentlich in Sri Lanka, Somalia oder den Philippinen?
Konfliktforscher zählen knapp 300 politische Brandherde über alle Regionen der Erde verteilt – hier einige der „vergessenen Kriege“

Im toten Winkel: Die vergessenen Kriege“

 

 

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